Auf dieser Seite können Sie sich mit den folgenden drei Beispiele in die Denkweisen der Kinder zum Thema halbschriftliche Subtraktion sensibilisieren.
In den verschiedenen Schülerdokumenten können auftretende Fehlermuster und individuelle (aber richtige) Vorgehensweisen zum Thema erkannt und auf neue Aufgaben übertragen werden.
Lio bearbeitet den folgenden Arbeitsauftrag:
Rechne die Aufgaben halbschriftlich.



Wie würde Lio vermutlich auch den folgenden Arbeitsauftrag lösen?
Rechne die Aufgabe 458 - 271 halbschriftlich.
Überlege zunächst selbst.
Hier kannst du aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten wählen.
Welche hältst du für wahrscheinlich?



Das vermuten wir auch. Lio rechnet stellenweise und zieht hier, wie in den Beispielen oben, konsequent immer die kleinere Zahl von der größeren ab, egal ob sie zum Minuenden oder Subtrahenden (70 - 50 statt 50 - 70) gehört. Würde er die "20" jedoch richtig interpretieren und sie bei der Verrechnung der Zwischenergebnisse subtrahieren statt wie hier zu addieren, würde er auf das richtige Ergebnis kommen.
Das halten wir für unwahrscheinlich. In diesem Beispiel werden, anders als oben, zwar die korrekten Teilsubtraktionen gebildet, aber die Zwischenergebnisse falsch verknüpft, da sie subtrahiert statt addiert werden (200 - 20 - 7 statt 200 + (- 20) + 7).
Das halten wir für unwahrscheinlich. Anders als in den Beispielen oben, denkt das Kind sich hier vermutlich: "Da ich keine 70 abziehen kann, ziehe ich nur 50 ab." und berücksichtigt die verbleibenden 20, die abgezogen werden müssten, nicht.
Lotta bearbeitet den folgenden Arbeitsauftrag:
Rechne die Aufgaben halbschriftlich.



Wie würde Lotta vermutlich auch den folgenden Arbeitsauftrag lösen?
Rechne die Aufgabe 845 - 399 halbschriftlich.
Überlege zunächst selbst.
Hier kannst du aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten wählen.
Welche hältst du für wahrscheinlich?



Das vermuten wir auch. Lotta verrechnet die Hilfsaufgabe, wie in allen Beispielen oben, konsequent so, dass sie den Ausgleichswert (hier 1) vom Zwischenergebnis (445) subtrahiert. Da sie aber statt 399 400 abzieht, also einen mehr als sie muss, müsste sie ihn zum Schluss wieder addieren, damit das Ergebnis stimmt.
Das denken wir nicht. Hier liegt der Fehler, anders als in den Beispielen oben, darin, dass im zweiten Schritt (545 - 99) vermutlich im Kopf die einfachere Aufgabe 545 - 100 = 445 gerechnet und dann der Ausgleich von + 1 vergessen wird. Das Ergebnis müsste somit 446 lauten.
Das halten wir für unwahrscheinlich. Im Unterschied zu den Beispielaufgaben oben, wird hier schrittweise gerechnet und dabei der erste Schritt, die Berechnung der Hunderter (-300), nicht berücksichtigt oder vergessen.
Samia bearbeitet den folgenden Arbeitsauftrag:
Rechne die Aufgaben halbschriftlich.



Wie würde Samia vermutlich auch den folgenden Arbeitsauftrag lösen?
Rechne die Aufgabe 415 - 244 halbschriftlich.
Überlege zunächst selbst.
Hier kannst du aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten wählen.
Welche hältst du für wahrscheinlich?



Das vermuten wir auch, denn in diesem Beispiel zeigt Samia, wie oben, Probleme beim Hunderterübergang. Zur Berechnung der Zehner des Subtrahenden vom Minuenden muss ein Hunderter überschritten werden (215 - 40) . Dabei unterläuft ihr der sogenannte "Plus 10-Fehler", sodass das Zwischenergebnis um 10 zu hoch ist.
Das denken wir nicht, denn anders als in den Beispielen oben, hat das Kind richtig gerechnet, aber dann einen Übertragungsfehler nach oben in die Ergebniszeile gemacht (175 statt 171).
Das halten wir für unwahrscheinlich. Anders als in den Beispielrechnungen oben, rechnet das Kind hier zunächst stellenweise (400 - 200) und zieht dann schrittweise sowohl die Zehner und Einer des Subtrahenden (44) als auch die Zehner und Einer des Minuenden (15) von 200 ab. Letztere müssten jedoch addiert statt subtrahiert werden.