Eine Initiative der
DTS_Logo_CB_3c_n.png
 

Sörens Vorgehen

Der Videoausschnitt macht deutlich, dass Sören bereits über viele mathematische Vorerfahrungen verfügt. Er verfolgt zwei Strategien bei der Ermittlung der Punkteanzahl, die verschiedene mathematische Fähigkeiten einschließen. Einige dieser mathematischen Fähigkeiten kann der Schulanfänger leicht ausführen, andere sind bei dem Schulanfänger erst in Ansätzen vorhanden, welche im Unterricht als ideale Ausgangspunkte zum Weiterlernen genutzt werden können.

 

Zum einen versucht Sören die Punkteanzahl mittels der geschickten Zerlegung des Punktefelds und des daran anschließenden Addierens der einzelnen Punkteausschnitte zu ermitteln. Wie eine solche geschickte Zergliederung aussehen kann, zeigt Sören anschaulich auf, indem er das Punktefeld mit der Hand zerteilt und die entsprechenden Teilanzahlen nennt („4 und 6" und noch mal „4 und 6"). Bei der Umsetzung dieser Strategie fehlen dem Schulanfänger jedoch noch die mathematischen Fertigkeiten, um die gegebene Addition konkret durchzuführen. An dieser Stelle ergibt sich ein geeigneter Anknüpfungspunkt für den Unterricht. Da die hier entstandene Problemstellung das Erlernen der Addition geradezu herausfordert, könnte das Plusrechnen in diesem Kontext thematisiert werden. Dies würde Sören in dieser konkreten Situation - aber auch darüber hinaus - zur Bewältigung der Anzahlermittlung mittels der Addition bzw. zum Plusrechnen im Allgemeinen befähigen.

Um letztendlich die Anzahl der Punkte angeben zu können, wendet Sören die Strategie des Abzählens an. Hierbei fällt auf, dass das Abzählen von Objekten eine bereits gefestigte mathematische Aktivität für Sören darstellt. Der leistungsstarke Schulanfänger zählt die Punkte problemlos ab und befolgt dabei die Regeln aller Zählprinzipien, d. h., dass zum Beispiel jedem Objekt immer genau ein Zahlwort zugeordnet wird oder dass das letzte Zahlwort die gesamte Anzahl der Objekte angibt - um nur zwei Prinzipien zu nennen. Das Abzählen braucht im Unterricht daher mit Sören nicht mehr schwerpunktmäßig behandelt werden.