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Schätzen von Längenmaßen

Schätzsituationen zeichnen sich dadurch aus, dass keine konventionellen Messinstrumente zur Verfügung stehen und Größen, z.B. Längenmaße, deshalb mithilfe eines mental ablaufenden Prozesses des Messens ermittelt werden können oder müssen. Der Prozess des Schätzens wird oftmals von mentalen Bildern, konkreten Gesten oder auch Handlungen begleitet.

Die Entwicklung relevanter, alltagstauglicher Stützpunktvorstellungen stellt somit die Grundlage für die Fähigkeit zum Schätzen von Längenmaßen dar und ist verantwortlich für die Qualität des Schätzens von Größen (vgl. Nührenbörger 2002).
Beim Schätzen müssen die Stützpunktvorstellungen mit den Kenntnissen über die Kernidee des Messens in Beziehung gesetzt werden, um korrekte Schätzergebnisse zu erlangen. So werden beispielsweise Längenabschnitte mental durch das Abzählen oder die Addition miteinander verbunden. Im Einstiegsvideo der Seite „Stützpunktvorstellungen" lässt sich beispielsweise beobachten, wie Alex den Abstand vom Boden zur Tischkante mithilfe des Abstandes zwischen seinen beiden Händen erfasst und diesen dann mental addiert.

Schätzergebnisse sind vage, lassen sich durch „etwa" oder „ungefähr" beschreiben und stellen daher eine Annäherung an die real messbare Länge des Objektes dar. Das „Ungefähre" des Schätzergebnisses ist charakteristisch für das Schätzen und häufig auch ausreichend, während das Ermitteln des exakten Messergebnisses in vielen Situationen nicht notwendig oder auch gar nicht möglich ist. Die Fähigkeit einzuschätzen, inwieweit das vage Schätzergebnis mit dem Ergebnis einer denkbaren Messung übereinstimmen würde, stellt eine weitere notwendige Voraussetzung für das Schätzen dar (vgl. Nührenbörger 2002, S. 43).

Zu den Aufgabentypen, die sich eignen, um die Fähigkeit des Schätzens und das Wissen rund um Maßeinheiten, Messinstrumente und Messstrategien bei Kindern zu fordern und zu fördern zählen beispielsweise

Fermi-Aufgaben (vgl. Peter-Koop 2001)
„Kann das stimmen"- Aufgaben (vgl. z.B. Ruwisch & Schaffrath 2009)

Literatur

Nührenbörger, M. (2002). Denk- und Lernwege von Kindern beim Messen von Längen. Theoretische Grundlegung und Fallstudien kindlicher Längenkonzepte im Laufe des 2. Schuljahres. Hildesheim: Franzbecker.

Peter-Koop, A. (2001). Authentische Zugänge zum Umgang mit Größen. In: Die Grundschulzeitschrift, H. 14, 6-11.

Ruwisch, S. & Schaffrath, S. (2009). Fragenbox Mathematik. Kann das stimmen? Donauwörth: vpm.

Weiterführende Literatur

Wälti, B. (2005). Fermi-Fragen. In: Grundschule Mathematik. H. 4, S. 34-37.