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Was Kinder über Mathe denken

Welches Bild haben Grundschulkinder von Mathematik? Der Lehrplan verlangt vom Mathematikunterricht, dass er bei den Kindern eine positive Haltung gegenüber der Mathematik hervorruft. Auf diesen Seiten erfahren Sie mehr darüber, ob es in der Praxis gelingt, diese Forderung zu erfüllen. Hier wird Ihnen die Gelegenheit gegeben, Schüleräußerungen zu einigen Fragen über die Mathematik in Kinderaugen zu betrachten und Ihre Erwartungen mit diesen abzugleichen. 

 

1. "In der Schule lernt man Mathe, weil ..."
2. Entwicklung einer postiven Grundhaltung zur Mathematik
3. Fragen zum Bild von Mathematik
4. Kinder und ihr Bild von Mathematik
5. Kleines Erkundungsprojekt
6. Verwandte Themen
7. Zitierte Literatur

 

1. „In der Schule lernt man Mathe, weil ..."

„... sonst kann uns später einer mal betrügen,

dann bleibt man immer doof und findet keine Arbeit.

Hat Mama mal gesagt."

(Jessica, 2. Klasse)

 

2. Entwicklung einer postiven Grundhaltung zur Mathematik

Die Lernprozesse und Lerngelegenheiten im Mathematikunterricht sollten so gestaltet sein, dass sich nachhaltige positive Haltungen und Einstellungen zum Fach Mathematik entwickeln können. Dabei unterstützt der Mathematikunterricht „die Schülerinnen und Schüler in ihrem individuellen Lernen durch ermutigende Hilfen und Rückmeldungen. Sie erfahren so, dass sie etwas können und dass ihre mathematische Aktivität bedeutungsvoll ist.

Auf diese Weise entwickeln sich in zunehmendem Maße:

  • Selbstvertrauen in die eigenen mathematischen Kompetenzen
  • Interesse und Neugier an mathematikhaltigen Phänomenen („Entdeckerhaltung“)
  • Motivation, Ausdauer und Konzentration im Prozess des mathematischen Arbeitens
  • ein konstruktiver Umgang mit Fehlern und Schwierigkeiten
  • Einsicht in den Nutzen des Gelernten für die Bewältigung von mathematikhaltigen Problemen und Lebenssituationen." (MSW NRW 2008, S. 55f.)

Gleichwohl im Eingangszitat die Worte der Mutter mitschwingen, zeigt die Zweiklässlerin Jessica, dass sie bereits eine erste Idee davon hat, dass die Mathematik eine wichtige Rolle in der Bewältigung des täglichen Lebens einnimmt.

Wofür die Kinder Mathematik außerdem noch im Alltag (oder im späteren Leben) brauchen, und was sie besonders an Mathe mögen, kann demnach Aufschluss darüber geben, inwiefern die Kinder bereits die oben genannte postitive Einstellung zum Fach Mathematik entwickeln konnten.

 

3. Fragen zum Bild von Mathematik

Um mehr über das Bild von Mathematik bei Kindern zu erfahren, haben wir Kurzinterviews mit Kindern des 2. bis 4. Schuljahres an verschiedenen Grundschulen durchgeführt. Den Kindern wurden folgende Fragen gestellt:

Fragen Hintergrund der Frage
1. Rechnest du gerne (Knobel-) Aufgaben?

2. Was magst du an solchen Aufgaben/was nicht?

Interesse und Neugier an mathematikhaltigen Phänomenen
3. Was magst du an Mathe / was nicht? Ist Mathe dein Lieblingsfach? Selbstvertrauen in die eigenen mathematischen Kompetenzen
4. Warum lernt man in der Schule Mathematik? Wozu braucht man das im Leben? Einsicht in den Nutzen des Gelernten für die Bewältigung von mathematikhaltigen Problemen und Lebenssituationen
5. Brauchst du auch schon mal nachmittags Mathe (also nicht bei den Hausaufgaben)? Bedeutung der Mathematik für den Alltag
6. Wenn du in einer Quizshow gefragt werden würdest, in ein paar Worten zu sagen, „Was ist eigentlich Mathe?", was würdest du antworten? Definition von/Vorstellung über Mathematik
7. Es gibt einige Erwachsene, die mögen Mathe überhaupt nicht. Hast du eine Vermutung, woran das liegen könnte?  
  • Wie würden Sie die obigen Fragen beantworten? Welches Bild von Mathematik haben Sie?
  • Welches Bild von Mathematik erwarten Sie bei einer Vielzahl von Erwachsenen?
  • Welche Antworten erwarten Sie von den Kindern?

 

4. Kinder und ihr Bild von Mathematik

Schauen Sie sich  - unter Berücksichtigung der folgenden Aspekte - an, wie die Kinder auf diese Fragen geantwortet haben:

  • Welches Bild von Mathematik haben die Kinder?
  • Inwiefern ähneln oder unterscheiden sich die Antworten?
  • Sind die Kinderantworten für Sie erstaunlich? Hätten Sie diese Antworten erwartet?
  • Wurden die oben genannten affektiven Ziele bei den einzelnen Kindern im Mathematikunterricht erreicht?

 

Eine Zusammenstellung besonders schöner Zitate aus den obigen Videos finden Sie auf einem Poster, das Sie sich auch herunterladen und ausdrucken können. Klicken Sie hier, um zum Poster zu gelangen.

 

5. Kleines Erkundungsprojekt

  • Stellen Sie die Interviewfragen doch einmal Ihren Mitmenschen, z. B. Ihren Freunden, Eltern, Geschwistern etc. Welches Bild von Mathematik haben sie?
  • Gibt es Unterschiede zu den hier gezeigten Kinderantworten? Wenn ja, woran könnte das liegen?

 

6. Verwandte Themen

Transparenz für Kinder sowie Eltern darüber, welche inhaltlichen Schwerpunkte im Mathematikunterricht im Verlaufe der vier Grundschuljahre thematisiert werden und welche Kompetenzen die Kinder erwerben werden, bietet das PIK-Plakat unseres Partnerprojekts PIK AS. Es verdeutlicht, dass Mathematik viel mehr als reines Rechnen ist. Das Plakat finden Sie hier.v:gimd

 

7. Zitierte Literatur

Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW (Hrsg.) (2008). Lehrplan Mathematik für die Grundschulen des Landes NRW. Verfügbar unter: http://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/upload/lehrplaene_download... (Abruf am 13.07.2011)